Reimers Reisemobil GmbH

Stromversorgung & Autarkie

Stromversorgung im Reisemobil, eine (un)endliche Geschichte

Strom im Reisemobil ist eigentlich ein aktuelles Dauerthema für alle, die häufig Stellplätze ohne eine 230 Volt Stromversorgung anlaufen oder frei stehen. Dies liegt zu einem daran, dass es laufend neue oder immer weiter verbesserte alte Techniken zur Stromerzeugung gibt und die Bordbatterien aber trotzdem oft immer noch zu schnell leer sind.

Vor 20 Jahren im sechs Meter langem Reisemobil mit nur einer 80 Ah Bordbatterie konnten wir bequem zwei bis drei Tage ohne Außenstrom oder Solarzellen frei stehen, bis die Batterie schließlich bei 6 bis 7 Volt Restspannung kapitulierte. Meistens passierte dies abends und zuerst unbemerkt, da sich die Augen an das langsam schwächer werdende Licht gewöhnten, bis wir schließlich doch nicht mehr lesen konnten.

Heute haben wir 440Ah Bordbatterien und unsere Augen brauchen sich auch nach zwei bis drei Abenden nicht an das schwächer werdende Licht gewöhnen, da wir mit einem Schlag im Dunkeln sitzen, wenn sich die Batterien automatisch bei einer Restspannung von 10,8 Volt zwecks Batterieschonung abschalten. Durch dieses relativ frühzeitige Abschalten zum Schutz der doch eigentlich zyklenfesten Batterien stehen von den 440 Ah nicht einmal die Hälfte zum Verbrauch zur Verfügung. Das heißt, dass bei einem Vergleich mit der 80 Ah Batterie von früher nominal zwar die 5,5 fache Kapazität zur Verfügung steht, aber nur die 3,5 fache Kapazität einer in die Knie gezwungenen 80 Ah Batterie genutzt werden kann. Bei den genannten 5,5 oder 3,5 fachen Werte handelt es sich natürlich nur um circa Angaben.

Aber auch das 3,5 fache reicht heute nicht dreiundeinhalb mal so lange wie früher, sondern nur für die gleiche Zeitspanne, wieso? Wenn wir die Fülle der elektrischen Verbraucher in einem heutigen Reisemobil mit damals vergleichen, liegt das Problem schnell auf der Hand. Deutlich sichtbar wird dies für uns jedes Mal, wenn wir ein Reisemobil mit entsprechenden Alter ankaufen. Aus heutiger Sicht sind kaum Lampen im Fahrzeug installiert. Vollautomatische Sat.-Anlagen, Wechselrichter, Mikrowellen und dergleichen lebenswichtigen Dinge fehlen meistens vollständig. Das Wasser wurde auch nicht mit einer kraftvollen Druckpumpe sondern durch eine kleine Tauchpumpe gefördert. Dabei fällt mir übrigens ein, dass unser damaliger (großer) 115 Liter Frischwassertank genauso lange reichte wie unser heutiger 480 Liter Tank, früher war das Wasser wohl ergiebiger als heute?! -Übrigens auch der höhere Wasserverbrauch benötigt zur Förderung Strom.

Dank der Entwicklung in den letzten Jahren ist das Laden der Bordbatterien heute aber kein Thema mehr. Es gibt diverse technische Möglichkeiten, problemlos über immer volle Bordbatterien zu verfügen, so dass eine breite Palette von elektrischen Geräten wie im normalen Haushalt ohne großen Einsparzwang genutzt werden kann.

Hierzu gehören:

  • Solaranlagen, stationär oder selbstausrichtend. Die klassische Lösung.
  • 230 Volt Generatoren (Benzin, Diesel oder Gas betrieben). Meistens die lauteste aber auch die schnellste Lösung.
  • 12 Volt Gasgeneratoren. Die leise und sparsame Lösung.
  • Windkraftanlagen für Reisemobile. Eine interessante Lösung für Hobbyisten
  • Brennstoffzellen. Die geräuschlose Lösung, aber man muss genügend Methanolkanister mit auf Tour nehmen.