Reimers Reisemobil GmbH

Generatoren

Stromaggregate

Bei Stromaggregaten treibt ein Verbrennungsmotor einen Generator an. Keine Möglichkeit der Stromerzeugung ist so mit Vorurteilen behaftet wie diese: „Laut, riecht, wiegt zu viel“. Die Entwicklung ist gerade in dieser Sparte rasant vorangegangen und Querdenker sind hier vollkommen neue Wege gegangen. Deshalb möchten wir vorstellen, welche verschiedenen Arten von Stromgeneratoren es derzeit gibt. Bevor man einen Stromerzeuger erwirbt, sollte man sich auch ausreichend Gedanken darüber machen, was man erzielen will. Möchte ich Strom für den direkten Verbrauch produzieren? Benötige ich hohe Strommengen über eine konstante und längere Zeit, wie z.B. für den Betrieb einer Klimaanlage? Oder soll der Stromerzeuger nur die Batterien füllen und kurzfristigen 230 Volt Bedarf decke ich über einen Wechselrichter aus den dann gefüllten Batterien?

Grundprinzip

Bei diesen Geräten treibt ein Verbrennungsmotor direkt einen Generator an. Damit die Spannung und Hertzzahl stimmt, muss der Generator mit immer konstanter Drehzahl arbeiten. Dies wird elektronisch geregelt. Entnehme ich mehr Strom, wird die Drosselklappe im Vergaser entsprechend weiter geöffnet, um den Generator, der mit steigender Stromentnahme einen höheren Widerstand hat, auf konstanter Drehzahl zu halten. Dies hört man deutlich an einem tieferen, dumpferen Klang des Motors.

Der Stromerzeuger muss laufen, während ich 230 Volt benötige. Daher brummt er meistens genau dann, wenn die Nachbarn Ruhe haben möchten. Morgens beim Frühstück brauche ich den Strom für die Kaffeemaschine oder/und für den Toaster, nach dem Duschen möchte die Frau sich die Haare fönen, abends beim Fernsehen reicht die Batterie nicht mehr usw.. Wir kennen dies Problem vielleicht aktiv als Betreiber oder als passives Opfer des Nachbarn. Beides gleich unangenehm. Hier ein kleiner Tipp, wenn Sie andere nicht durch den laufenden Generator verärgern wollen, aber trotzdem Strom brauchen: Die meisten Stellplatznachbarn sind dankbar und freuen sich, wenn man Ihnen vor dem Start des Aggregates anbietet, Strom abzugeben. Ein Einbaugenerator erzeugt meistens genug Strom für zwei Ladegeräte. Wer mag sich nach solch einem Angebot noch beschweren?

Vom Gewicht her zählen die Aggregate mit ca. 50 Kg zu den schweren Brocken aus der Zubehörliste. Fest eingebaute, zumeist unter dem Fahrzeug hängende 230 Volt Erzeuger arbeiten mit Gas, Benzin oder Diesel. In der genannten Reihenfolge nimmt auch die Lautstärke und Geruchsbelästigung zu. Erwähnt werden muss hier eine deutliche Ausnahme, der Fischer Panda mit Dieselbetrieb und Wasserkühlung. Deshalb stellen wir diesen Generator später genauer vor.

Gas-Generatoren

Unter Berücksichtigung aller Kriterien ist der Gas-Generator nach meiner Meinung derzeit der Beste Stromerzeuger für Reisemobilisten. Durch den Propangasbetrieb wird kein zusätzlicher Treibstoff benötigt. Sobald die Aufbaubatterien unter eine gewisse Voltzahl abfallen, schaltet sich der Generator automatisch ein und fängt an, die Batterien wieder aufzuladen. Sobald diese wieder vollständig geladen sind, schaltet sich der Generator automatisch ab.

Gasbetriebene Aggregate sind sowohl als 12V oder 230V Systeme erhältlich. Bei ersterer Variante hat man im Grunde den leisesten Generator, wobei die 230V Variante kaum merklich lauter ist. Als 12V Generator ist der Teleco ECOenergy das bekannteste System. Wir kennen die Teleco-Generatoren seit Jahren und waren damit immer sehr zufrieden. Wer 230V für eine Klimaanlage benötigt, greift am besten auf den Dometic TEC 29 LPG zurück. Dieser Generator liefert direkt 230V, ein Wechselrichter muss somit nicht dauerhaft auf Höchstleistung laufen. Das System ist trotz Luftkühlung aufwendig gekapselt und sehr leise. Der kleine Motor erzeugt mit einer 11 Kg Gasflaschenfüllung fast 40 Stunden lang Strom, daher braucht man bei einem normalen Urlaub den zusätzlichen Gasverbrauch kaum zu berücksichtigen. Die perfekte Ergänzung für permanente Autarkie ist ein Gastank mit entsprechend Fassungsvermögen.

Der Telair ECOenergy glänzt nicht nur mit niedrigen Verbrauchswerten, sondern auch mit seinen geringen Abmessungen und Gewicht von nur 23 Kg. Bei einem Iveco oder MAN verschwindet das Aggregat sogar zwischen den Längsholmen im Fahrgestell unter der Heckgarage. Aufgrund der geringen Bauhöhe auch bestens für Fiat- oder Mercedes-Fahrgestelle geeignet. [Bild einfügen: „Der 12V Gasgenerator ist kompakt und braucht wenig Platz“]
Auch der Preis des Aggregats in Höhe von € 2.650,- (25Ah Ausführung € 3.300,-) ist akzeptabel. Da der Motor pro Stunde 8 Gramm synthetisches Öl zur Schmierung mit dem Gas mischt und verbrennt, können empfindliche Nasen den Motor allerdings riechen. Dies lässt sich aber durch eine Abgasführung über Dach vermeiden. Komplett eingebaut mit zusätzlicher Kapselung und Abgasführung über Dach liegt dieses Aggregat bei ca. € 6.400,- (je nach Fahrzeug).

Der Dometic 230V-Generator kostet inkl. Montage ca. 7.500,- €, hierbei ist die Abgasführung unterhalb des Fahrzeugs.
Wir fertigen für alle Generatoren auf Wunsch Verkleidungen an, die eine zusätzliche Schallisolierung bieten und den Generator vor groben Verschmutzungen schützt (Kostenpunkt ca. 450,- €).

Wir haben in unseren eigenen Reisemobilen seit über zehn Jahren zur Stromerzeugung ausschließlich Gas Generatoren verwendet. Dabei sind wir zu dem Schluss gekommen, das derzeit Beste System gefunden zu haben, auch unter Berücksichtigung des Preis-/Leistungsverhältnisses.

Benzin-Generatoren

Der Benzin-Generator ist, trotz gleicher Leistungswerte wie der Gas-Generator, etwas günstiger. Oft schwindet der Unterschied aber schnell, sobald der zusätzlich benötigte Benzintank und Verbindungsmaterial hinzukommt. Am Ende wird man hier ca. 200,- € Material sparen können. Die Frage ist nur, ob man einen zusätzlichen Tank in Kauf nehmen möchte, nur um die 200,- € an Material einsparen zu können. Der Gasgenerator ist im Gegensatz zur Benzin-Alternative fest an die Gasflaschen oder den Gastank angeschlossen, daher wird deutlich weniger Platz benötigt.

Diesel-Generatoren

Leider sind die Dieselaggregate deutlich lauter als die Alternative mit Gas. Daher wollen wir hier auf die einzige Ausnahme, den Fischer Panda, eingehen.

Der Fischer Panda Generator wird von einem wassergekühlten Diesel angetrieben. Dies hat zu einem den Vorteil, dass der Treibstoff direkt aus dem Fahrzeugtank entnommen werden kann und durch die Wasserkühlung eine Vollkapselung möglich ist. Durch die Kapsel muss nur die Verbrennungsluft und das Kühlwasser durchgeführt werden. Diese Stromerzeuger arbeiten meistens nach dem Prinzip, dass nicht 230 Volt Wechsel- sondern Gleichstrom produziert wird und mit einer enorm hohen Ladeleistung die Batterien direkt unter Umgehung des serienmäßigen Ladegerätes gefüllt werden. 230 Volt wird dann über einen Wechselrichter aus den stets vollen Batterien entnommen. Hierbei ist zu beachten, dass der Generator noch einmal deutlich mehr Leistung bringt, als der 230V Gasgenerator. Selbst der gleichzeitige Betrieb mehrerer großer Verbraucher ist ohne Probleme möglich.

Wer kein Zuladungsproblem hat, montiert den Fischer Panda auf einer vibrationsfrei gelagerten Betonplatte. Dies ergibt allerdings ein Gesamtgewicht des Strommeilers von bis zu 150 Kg. Bei einer optimalen Abstimmung ist dann im Fahrzeug aber kaum mehr feststellbar, ob der Generator läuft oder nicht. Auch die Nachbarn hören diesen Generator so gut wie nicht. Aber gerade das Gewicht dürfte bei den meisten Reisemobilen ein Ausschlusskriterium sein. Sollte das Gewicht nicht abschrecken, tut dies dann vielleicht der Preis von ca. 20.000,- €. Fazit: Meiner Meinung nach ist der Panda technisch perfekt, wiegt aber sehr viel und ist kostenintensiv. Wer viele Verbraucher hat und im Reisemobil lebt, für den ist dieser Generator mit Sicherheit die beste Möglichkeit.